Koncesija 2027
Österreichischer Pavillon bei der Architekturbiennale 2027
8. Mai bis 21. November 2027
Architekturbiennale Venedig
Mit »Koncesija 2027«, verantwortet vom interdisziplinären Kurator:innenteam Adna Babahmetović, Ajna Babahmetović und Sebastian Höglinger, wird der österreichische Pavillon während der Architekturbiennale in Venedig temporär an Bosnien und Herzegowina vergeben. Ausgehend von den vielfältigen historischen, gesellschaftlichen, kulturellen und ökonomischen Verflechtungen zwischen den beiden Ländern bietet die symbolische Leihe ein lustvoll überhöhtes, diplomatisches Rollenspiel, das Fragen nach Zugehörigkeit, Identität und Sichtbarkeit neu verhandelt. Bosnien und Herzegowina, der einzige Staat des ehemaligen Jugoslawiens, der bisher noch keinen eigenen Repräsentationsort bei der Architekturbiennale hatte, wird dabei als Ort in den Blick genommen, an dem sich die Widersprüche und Zukunftsfragen Europas verdichten. Im Dazwischen von Fiktion und Wirklichkeit tritt der Hoffmann-Pavillon mit der Lobby des geschichtsträchtigen Hotels Holiday Inn in Sarajevo in Dialog und schafft über Versatzstücke des von Ivan Štraus anlässlich der Olympischen Winterspiele 1984 entworfenen Gebäudes eine filmische Szenerie für bilateralen Wissenstransfer und – im doppelten Sinne – (nationale) Projektion.
Bisher scheiterte ein eigener bosnischer Pavillon auf der Biennale stets an einem innerbosnischen Veto. Durch kontinuierliches Lobbying könnte die bosnische Föderation – eine der beiden Entitäten des Staates – 2027 nun plötzlich und unerwartet mit einem Pavillon in Venedig vertreten sein. Umso mehr widmet sich »Koncesija 2027« der Frage, wie und von wem gesamtbosnische, österreichische und diasporische Positionen im Kontext der Biennale als »Weltausstellung der Architektur« eigentlich repräsentiert werden.


